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   Remplin 
   wird direkt von der B104 tangiert und liegt zwischen Teterow und Malchin. 
   Wenn man durch diesen Ort fährt, ahnt man nicht auf Anhieb, welch 
   geschichtsträchtigen Boden man hier kreuzt.

     Die Sternwarte vom Remplin

    

    

   

    Friedrich der II Graf von Hahn (1742-1805) und die Rempliner Sternwarte

    Remplin, ein kleines 550 Einwohner zählendes Dorf, direkt an der B104 zwischen Malchin und
    Teterow, wurde am Ende des 18. Jahrhunderts über die deutschen Grenzen hinaus bekannt.
    Dafür sorgte Friedrich II. Graf von Hahn , einer der bekanntesten Astronomen seiner Zeit.
    Er wurde am 27. Juli 1742 in Neuhaus/Holstein geboren, studierte in Kiel Naturwissenschaften
    besonders Mathematik und Astronomie. Die geistige Bewegung der Aufklärung in der
    damaligen Zeit, die ein logisches, klares Denken forderte, beeinflußte sein gesamtes Handeln.
    Im Jahre 1779 übernahm er eine mehere Güter umfassennde Erbschaft und verlegte seinen
    Wohnsitz nach Remplin, das seit 1405 im Besitz der Familie Hahn war. Damit begann ein
    Aufschwung des Ortes, von dem noch heute sehenswerte Spuren zu finden sind.
    Er modernisierte die Landwirtschaft nach eigenen wissenschaftlichen Erkenntnissen und
    erbaute in Remplin eine Glasfabrik. Glasbläser und -schleifer aus Böhmen und Thüringen
    schufen Gebrauchsglas und feine Glaswaren. In großen Treibhäusern im Park züchtete er
    exotische Pflanzen wie Ananas, Bananen, Bambus. Das damals sehr primitive
    Landschulwesen wurde durch Ihn revolutioniert, indem er in allen seinen Gütern genau wie
    in Remplin einen sauberen Schulraum einrichten ließ und dafür sorgte, daß die Lehrer
    ausgebildet und für ihren Dienst gut bezaht wurden. Dadurch konnten sie sich völlig ihrer
    Lehrtätigkeit widmen. Damit wirkte der Graf beispielgebend in Deutschland.  

    Im Schloßpark wurde die erste Sternwarte in Mecklenburg errichet Der Graf war ein unter 
    Wissenschaftlern bekannter und anerkannter Astronom, der über eine der besten
    technischen  Ausrüstungen in dieser Zeit verfügte. Die Sternwarte wurde 1801 um einen 
    Turmbau mit runder Kuppel ergänzt, dessen Ruine noch heute zu sehen ist. Als Anerkennung
    seiner Leistungen wurde ein Mondgebirge 1834 nach ihm als "Ringgebirge Hahn" benannt.
    Die Sternwarte in Remplin

    Der Turm der Sternwarte wird von Hobbyastronomen und einem Förderverein in der Freizeit 
    wieder originalgetreu aufgebaut und soll nach Fertigstellung als Sternwarte wieder genutzt
    werden. Externer Link zu den Hobbyastronomen; dem Förderverein der Rempliner
    Sternwarte e.V.
dfuerst@astw.deWie die Sterne den Weg weisen

    Eine Weisheit vom "Sterne gucken"

   Vor langer Zeit lebte ein Astronom, der sich so sehr für die Gestirne interessierte, dass er,
    wenn er abends unterwegs war, unentwegt in den Himmel schaute und dabei vergaß,
    darauf zu achten, wohin seine Füße traten. So passierte, was passieren musste:
    eines Abends setzte er seinen Fuß neben einen schmalen Steg und fiel in den Fluss.
    Sein Begleiter, der stets seinen Weg im Blick und die Brücke wohlbehalten überquert hatte,
    tadelte ihn: „Mein Freund! Zieh' eine Lehre aus diesem Vorfall. Lass 'die Sterne ruhig ihren
    Lauf nehmen. Du aber solltest in Zukunft besser schauen, wohin du selbst gehst."
    Und in der Tat sollten wir uns alle sehr intensiv mit dem Weg beschäftigen, auf dem wir selbst
    uns befinden. Denn jeder ist für sich selbst und seinen eigenen Weg verantwortlich und muss
    für sein Handeln Rechenschaft ablegen. Arabische Weisheit (Verfasser unbekannt)

   Ida Gräfin Hahn
    Geb. 22.6.1805 Tressow/Mecklenburg, gest. 12.1.1880 Mainz. 
    Tochter des Karl Friedrich Graf von Hahn, ausgedehnte Reisen
     führten sie u.a. in den Orient.

     Ida von Hahn-Hahn
     Orientalische Briefe
     An meine Mutter
     Damaskus, Sonntag, Oktober 15, 1843

     Mittags ritten wir mit dem Konsul durch die unendlichen Gärten um Damaskus nach dem
     Dorf Salahie, das man im Sommer bewohnt. Wenn ich sage Garten, so bitte ich Dich
     den Begriff eines Obstgartens felsenfest zu halten, und weder an englische noch an
     französische Anlagen zu denken.
     Die Aprikose ist die Frucht von Damaskus, wie die Pistazie von Aleppo und die
     Feige von Smyrna es ist. Mit Aprikosenkonserven wird ein ausgebreiteter Handel getrieben,
     daher ist dieser Baum der vorherrschende 
in den ungeheuren Pflanzungen, die Damaskus
     mit einem wahren Walde von edlen Fruchtbäumen umgeben.
     Walnuß-, Öl-, Granaten-, Feigenbäume, setzen in Farben und Formen ein Mosaik der
     Belaubung zusammen, wie sie in Fülle und Kräftigkeit selten gefunden wird. 
     Dieser Segen üppiger Naturkräfte ist die einzige, aber allerdings unzerstörbare Schönheit
     von Damaskus, und der Orientale, der unter seiner brennenden Sonne nichts Schöneres kennt,
     
als Grün, Wasser und Schatten, muß allerdings hier ein Paradies sehen.
     Die hohen Lehmmauern der Gärten sind unerfreulich, und der vernichtende Staub war es
     noch mehr. Mich amüsierte im Grunde unser Aufzug am meisten, der mich unwillkürlich an
     Kunstreiter erinnerte. Der Kawass, heute in Weiß, Grün und Gold gekleidet, war beritten und
     unzertrennlich von seinem langen Stabe, dessen Spitze er wie eine Lanze in den Steigbügel
     stemmte. Der Mohr war ebenfalls zu Pferde, und unser Seïs auch; aber der Seïs des
     Konsuls ritt auf einem milchweißen mit vielen dunkelroten Quasten aufgeputzten Esel.
     So wanden wir uns wie eine buntschillernde Schlange durch die schmalen Bazars
     in die grünen Aprikosenhaine hinein. – 
     Herzensmama, ich küsse die Hand.
     Die Sonne ist untergegangen, und ich soll beim Konsul zu Mittag speisen.
     Ade und auf morgen.

    An Gräfin Schönburg-Wechselburg

    Damaskus, Sonnabend, Oktober 14, 1843

    Meine liebe Herzens Emy, ich komme ja gar nicht dazu Ihnen zu schreiben! Bis jetzt auf
    der ganzen Reise einen einzigen Brief! Ich denke immer: es ist für Euch alle, gleichviel an
    wen adressiert; – heute indessen will ich mich einmal an Sie richten. Gott, was hab ich alles
    zu erzählen! Ich bin in Damaskus. So fern von der Heimat bin ich noch nie gewesen;
    Libanon und Antilibanon liegen zwischen mir und dem großen weiten Meer, das mich von
    Europa abschneidet....
    Der Barrada, sobald er seine Bergwiege verläßt und in die Ebene hineintritt, zerspaltet sich in
    sieben dünne Ärmchen, äußerst vorteilhaft für die Gärten, doch nicht für die Landschaft,
    denn das Wasser verschwindet aus ihr. Sie besteht, wie gesagt, aus einer Wüste, einem
    Obstgarten, und den verwaschenen Linien des Antilibanon.
    So ist wahr und wahrhaftig die Ansicht von Damaskus, meine Herzens Emy.....


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